Das plötzliche, „unerklärliche“ Baumsterben in Liesing geht weiter: In der Breitenfurter Straße 408 wurden vor rund zwei Jahren die Gebäude abgerissen. „Zu diesem Zeitpunkt und noch einige Zeit danach stand auf dem Areal unter anderem auch eine mächtige Lärche, die sehr gesund wirkte“, erklärt dazu unser PRO23 Bezirksrat Christian Steinhoff. Seit einigen Monaten sei der Baum aber offensichtlich abgestorben. „Die Menschen im Grätzel sind darüber natürlich verwundert und wollen wissen, wieso ein anscheinend gesunder Baum plötzlich kaputt wird und ob eventuell auch Gefahr durch Schädlinge für den Baumbestand auf anderen Grundstücken im Grätzel besteht“, so Steinhoff.
Wir haben daher für euch in der Bezirksvertretung die Überprüfung durch die zuständige Stelle des Magistrats beantragt, um die Ursache des plötzlichen Baumsterbens herauszufinden.
Zufall oder nicht?
„Ob Zufall oder nicht, kann ich nicht sagen“, wundert sich auch Ernst Paleta, unser PRO23 Obmann, „aber es gab zumindest in mehreren Fällen kurz vor dem Baumtod einen Eigentümerwechsel bei den Liegenschaften, der Gebäudebestand wurde abgebrochen und bald darauf waren die Bäume kaputt.“
So auch jüngst auf dem Grundstück der ehemaligen Zielpunkt-Filiale in Rodaun: Der Gebäudeabbruch erfolgte und es stellte sich heraus, dass 31 von 32 Bäumen auf dem Baugrundstück krank waren, sodass sie gefällt werden durften. Natürlich wurden Ersatzpflanzungen gemäß dem Wiener Baumschutzgesetz* vorgeschrieben. Ebenso ergab einige Zeit zuvor die Überprüfung auf einem Grundstück in der Anton Krieger-Gasse fast dasselbe Ergebnis.
„Das ist natürlich ein Umstand, der viele verwundert – ist der in den verschiedenen Fällen aufgetretene Schädlingsbefall doch offenbar auf sehr engen Raum begrenzt, denn in der Nachbarschaft gedeihen die Bäume wie eh und je“, so Paleta. Die zuständige Magistratsabteilung sollte ihmzufolge deshalb bei den Überprüfungen auch ein besonderes Augenmerk darauf legen, fest zu stellen, ob es beim Schädlingsbefall eventuell einen Zusammenhang mit den Gebäudeabrissen gibt. Zum Beispiel könnten die Gebäude eine Schutzfunktion gehabt haben.
„Wäre das so, müsste bei künftigen Abbruchbewilligungen mit entsprechenden Bescheiden die Erhaltung der wertvollen Bäume gesichert werden,“ stellt Bezirksrat Steinhoff fest.
*Informationen zu Ersatzpflanzungen gemäß dem Wiener Baumschutzgesetz
Vorgeschrieben werden diese Ersatzpflanzungen entsprechend dem „Wert“ eines zu fällenden Baums, also gemäß Alter, Stammumfang, etc. Kranke oder abgestorbene Bäume haben kaum einen Wert und die Anzahl der Ersatzpflanzungen ist daher meist 1:1.

